Donnerstag, 24. Februar 2011

The Master of Disaster: Guttenbergs Doktorvater

Mit der offiziellen Aberkennung seines Doktortitels durch die Universität Bayreuth gestern Abend ist der Fall Guttenberg endgültig zu einem Fall Häberle geworden. Denn nachdem nun auch die Promotionskommission der Hochschule in außergewöhnlich kurzer Zeit festgestellt hat, dass Karl Theodor zu Guttenberg in ganz erheblichem Maße "gegen die Rechtsprechung und die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens" verstoßen hat, stellt sich doch die Frage: Konnten oder wollten Guttenbergs Doktorvater Professor Peter Häberle und der Zweitgutachter Rudolf Streinz der Dissertation 2006/2007 den Textklau nicht bemerken, der dem Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano bereits bei oberflächlicher Lektüre aufgefallen war?

Prof. Peter Häberle Foto: HiWibBay
Bereits Guttenbergs Geständnis vom Montagabend, er habe "gravierende Fehler" gemacht, war trotz aller Beteuerungen, er wolle mit der Rückgabe seines Titels Schaden von der Uni Bayreuth und seinem Doktorvater abwenden, eine ungewollte Anklage. Denn Guttenberg setzte mit diesem moralischen und wissenschaftlichen Offenbarungseid Häberle ins Unrecht, der wenige Tage zuvor der BILD-Zeitung sagte, die Arbeit sei von ihm eingehend kontrolliert worden und die Plagiatsvorwürfe gegen Guttenbeg seien "absurd". Dieser Professor Peter Häberle ist ein internationale renommierter Staatsrechtler, an dessen fachlicher Kompetenz es keinen Zweifel geben kann. Seine Reputation ist so groß, dass selbst ein von Guttenberg beklauter Kollege, nur ganz vorsichtig sein Erstaunen über den Vorgang äußert. Der "Neuen Westfälischen" sagte der Bielefelder Jura-Professor Franz C. Mayer:

"Ich frage mich wirklich, wie Schreiber und Universität gesichtswahrend aus der Angelegenheit herauskommen wollen?" Denn bei der offensichtlichen Menge an Plagiat-Stellen in zu Guttenbergs Dissertation hätte das bemerkt werden müssen – zumal der Doktorvater des Freiherrn der angesehene Staatsrechtler Professor Peter Häberle ist. Mayer vermutet, dass Häberle tatsächlich nichts bemerkt habe bei der Betreuung der Doktorarbeit.

Man spürt es geradezu körperlich: Mayer wollte nicht die erste Krähe sein, die dem akademischen Kollegen Häberle ein Auge aushackt. Aber auch ihm muss klar sein: Wenn ein Mann wie Häberle nicht bemerkt, dass Guttenberg ungefähr ein Fünftel seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat und wenn er und der Zweitgutachter Rudolf Streinz offenbar nicht die 2007 längst verfügbaren Softwares und Suchmaschinen (hier ein sehr interessanter Artikel über den Marktführer "Ephorus") zum Aufspüren solcher Plagiate in akademischen Texten genutzt haben, dann fällt es schwer, an Versehen zu glauben. 

Erstaunlicherweise hat es bislang offenbar kein Medium für nötig gehalten, die politisch-akademischen Beziehungsgeflechte rund um Guttenbergs Promotion einmal zu durchleuchten. Auch gestern Abend auf der Pressekonferenz hat, soweit ich das verfolgt habe, niemand dem Bayreuther Hochschulpräsidenten Rüdiger Bormann die naheliegenden Fragen gestellt:

Wieso haben die beiden Gutachter übersehen, was offensichtlich war?


Welche Prüfungsverfahren zum Aufspüren von Plagiaten sind bei Guttenbergs Dissertation angewandt worden? Oder eben auch nicht.


Gibt es eigentlich Regeln für den Einsatz von Software zur Aufspürung von Plagiaten oder für das stichprobenartige googeln von Textstellen? Falls nein: Wie verträgt sich das mit dem Qualitätsanspruch einer selbsternannten Elite-Uni?


Sollte die wissenschaftliche Kommission, die den Vorgang jetzt noch weiter prüft, zum Ergebnis kommen, dass Häberle & Co eklatant versagt haben - welche Konsequenzen hätte das für die beiden Wissenschaftler?


Zumindest die letzte Frage kann ich selbst beantworten: Vermutlich keine. Denn Häberle ist emeritiert. Und einem Professor in Deutschland die Pension zu schmälern, ist schwieriger als die Todesstrafe gegen jemanden zu verhängen.

Heute hat immerhin der "Tagesspiegel" mal angefangen, Licht in den Bayreuther Filz zu bringen. Er berichtet über eine im Internet schon lange kolportierte Tatsache. Dort heißt es:

Während der Arbeit an seiner Dissertation hat sich der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg an der Universität Bayreuth über seinen Familienbesitz auch als Sponsor betätigt. Zwischen 1999 und 2006 seien für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth insgesamt 747 764,36 Euro überwiesen worden, bestätigte die Rhön-Klinikum AG dem Tagesspiegel. Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG, seine Familie hielt dort bis 2002 ein dickes Aktienpaket. Der CSU-Politiker studierte von 1992 bis 1999 in Bayreuth Rechtswissenschaften und promovierte dort 2007 mit der Bestnote „summa cum laude“. Mit seiner Arbeit an der Dissertation begann er nach eigenen Angaben im Jahr 2000.

Guttenberg war also zumindest während eines Teils seines Studiums Mitbesitzer und Aufsichtsratsmitglied eines der wichtigsten Sponsoren der Uni Bayreuth. Das Rhön-Klinikum weist nun natürlich genauso jeden Verdacht einer Einflussnahme zurück wie die Hochschule:

"Mit den für Guttenberg zuständigen Professoren habe man nichts zu tun gehabt. Das Engagement sei vor fünf Jahren beendet worden, die letzte Rate floss am 4. April 2006. "

Das war rein zufällig, kurz bevor Guttenberg seine Doktorarbeit einreichte. Natürlich gerät durch solche Enthüllungen auch die Universität immer mehr unter Druck. Insofern kann man die starken Worte, die der Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius in der FAZ für Guttenbergs Täuschungsmanöver findet, auch als Ehrenrettungsversuch für seinen Kollegen Häberle sehen. Wenn Lepsius sagt: "Wir sind einem Betrüger aufgesessen", gibt er damit ja indirekt zu verstehen, Guttenberg habe soviel kriminelle Energie entwickelt, dass es dem armen, alten, vielbeschäftigten Häberle und den anderen Instanzen der Hochschule unmöglich war, das Täuschungsmanöver zu durchschauen.


Auch die "Welt" hat übrigens wenigstens am Anfang der Affäre einen zaghaften Versuch gemacht, den akademischen Skandal aufzuklären, es dann aber dabei beruhen lassen, nachdem die Journalisten vom Pressesprecher der Uni-Bayreuth abgewimmelt wurden. Dieser Peter Schmälzle sagte den Welt-Kollegen, politische oder finanzielle Einflussnahmen der Hochschule auf die Bewertung der Doktorarbeit habe es nicht gegeben (Hervorhebung von mir). Dafür hätte sich die Uni auch kaum die Hände schmutzig machen müssen, denn der Zweitgutachter Rudolf Streinz ist selber CSU-Politiker - wenn auch seine kommunalpolitische Karriere im Landshuter Stadtrat, wie das dortige "Wochenblatt" schreibt, recht kurz war.

Die möglichen Motive von Guttenbergs Doktorvater Häberle hat bislang kein großes Medium untersucht. Der ausführlichste Artikel über Häberle findet sich in der Online-Ausgabe des  "Handelsblatt". Es ist aber nur die Wiedergabe eines von dpa gesendeten Hintergrundporträts.

Zwar haben auch deutsche Medien über die Vergabe des Bayerischen Verdienstordens "kurz nach Fertigstellung von Guttenbergs Doktorarbeit an Häberle berichtet. Aber kaum eines stellt die Frage nach Häberles Verbindungen zu den herrschenden CSU-Kreisen in Bayern so deutlich wie das  Schweizmagazin:

Es gibt auch Mutmassungen das Guttenbergs Doktorvater Professor Peter Häberle , mehr in diese Affäre involviert sein könnte als bisher angenommen. Dieser erhielt 2007, direkt nach der Doktorarbeit Guttenbergs,  vom bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber den Bayrischen Verdienstorden obwohl er die höherwertige Auszeichnung des Bundesverdienstkreuzes bereits 1998 erhalten hatte. Ob es auch hier Ungereimtheiten gibt, könnte Gegenstand umfangreicher Ermittlungen werden.

Guttenberg saß übrigens, als er seine Dissertation 2006 abgab bereits seit fünf Jahren im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, in den er 2001 mit erst 31 Jahren als jüngstes Mitglied berufen worden war. Der Ausschuss ist, laut Selbstauskunft auf der Bundestagshomepage

" ein von der Verfassung privilegierter Ausschuss, er gehört zu den vier Ausschüssen, die das Grundgesetz fest vorschreibt. Als klassischer politischer Ausschuss begleitet er die auswärtige Regierungspolitik vor allem im Vorfeld wichtiger außen- und sicherheitspolitischer Entscheidungen. Grundsätzlich arbeitet er hinter verschlossenen Türen. Denn seine Beratungsthemen sind hochsensibel. So beraten seine Mitglieder federführend, ob die Bundesregierung deutsche Soldaten zu Auslandseinsätzen entsenden darf."


Hier werden, wie in den Ausschüssen üblich und für reibungslose Arbeit des Parlaments notwendig, die Sachfragen in kleinerem Kreis besprochen - und entschieden, bevor sie dem großen unübersichtlichen Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Das ist von der Verfassung so gewollt und kein Anlass für Verschwörungstheorien, wie sie in diesem Blog-Artikel, dem ich einige Hinweise verdanke, ausgebreitet werden. Da die Zusammensetzung des Ausschusses die Mandatsverhältnisse im Bundestag abbildet, ist das Plenum bisher noch niemals von der Beschlussempfehlung des Ausschusses abgewichen.

Offensichtlich war Guttenberg schon in sehr jungen Jahren von seiner Partei für allerhöchste spätere Aufgaben vorgesehen - ein Minister im Wartestand. Und das wussten auch die beiden Promotionsgutachter, die als Staatsrechtler die Bedeutung und Funktion des Auswärtigen Ausschusses gewiss besser kennen als die meisten Bürger. Man muss also gar nicht über direkte politische oder finanzielle Pressionen spekulieren - auch wenn die Uni Bayreuth in den Siebzigerjahren gegründet wurde und damit, anders als ältere Universitäten, eine direkte Schöpfung der CSU-Landesregierung ist, von der sie auch immer großzügig mit Mitteln ausgestattet wurde. Es genügt doch, sich die psychologische Situation der beiden Gutachter vorzustellen, die genau wussten, was für einen unfassbaren Knall es auslösen würde, wenn sie diesen damals in Bayern schon berühmten Musterknaben nun ausgerechnet durch die Promotion fallen ließen.

Und das berührt etwas Grundsätzliches: Nämlich, die Frage, ob es in diesem Land überhaupt noch Bereiche gibt, in denen gleiches Recht für alle ohne Ansehen der Person gilt. Bisher glaubte ich, dass im akademischen Bereich (und auch in der Justiz) wenigstens die Ungerechtigkeit gerecht verteilt wäre. Sicher: Reiche können sich bessere Anwälte leiste und sich ihre Arbeiten von Ghostwritern verfassen lassen. Aber vor den Instanzen selbst hatten sie scheinbar keine Privilegien. Mich regt der Fall Guttenberg auch so auf, weil er diesem defätistischen linken Gelaber von der allgemeinen Verkommenheit des Staates und der politischen Klasse scheinbar recht gibt. Das kann nur ansatzweise wieder geheilt werden, wenn Guttenbergs Betrug irgendwelche Konsequenzen hat. Wenn er schon selbst unentbehrlich ist (was für ein erbärmliches Licht wirft das auf die politische Klasse), dann muss wenigstens sein seniler und korrupter Doktorvater, der den Dreck durchgewunken hat, bestraft werden.

Zuletzt aktualisiert: 25. 2. 2011, ca. 09.40 Uhr

Kommentare:

  1. Sie sagen: Guttenberg schon in sehr jungen Jahren von seiner Partei für allerhöchste spätere Aufgaben vorgesehen - ein Minister im Wartestand. Und das wussten auch die beiden Promotionsgutachter

    Warum haben Sie Ihm denn nicht gehütet vor dieser Entdeckung. Jeder weist (USA!) das alle Steinen von einen Regierungschef gedreht werden.
    Ein guter Promotionsgutachter und Politiker hat Ihm geraten dieser 20% zu herschreiben oder Referenzen hinzu zu fügen.

    Ist Peter ein Gegner vom CDU/CSU?

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  2. Die Verbindung zu Guttenberg hat sich für die auch Uni finanziell gelohnt. Die Rhön-Klinikum AG gehört zu den Stiftern des Lehrstuhls für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Uni Buy-reuth. Seit 2000 erhält die Uni jährlich 100.000 € von der Rhön-Klinikum AG. Von 1998 bis 2002 war Guttenberg, dessen Familie bis 2002 einen Anteil von 26% an den Rhönaktien hielt, im Vorstand dieses Unternehmens sass Dr. plag. Guttenberg. Also während seines Studiums und zu Beginn seiner Promotion, war er als Vorstand an einer für die Uni finanziell wichtigen Entscheidung massgeblich beteiligt.
    Schon alleine die Erklärung der Uni, dass die Doktorarbeit damals nicht geprüft wurde war anrüchig. Nun kommt aber auch noch eine zusätzliche Merkwürdigkeit an das Tageslicht. Es gibt 2 unterschiedliche Dissertationen, die eingereicht wurden und das würde den Verdacht des Betruges seitens Dr. plag und ein vorrauseilenden Entgegenkommens der Uni erhärten. Ich zitiere aus http://roerijk.wordpress.com/2011/02/23/das-geschmackle/:

    Allerdings fällt auf, dass es zwei unterschiedliche Versionen der Dissertation gibt: Eine von 2006 und welche eingereicht wurde, und eine von 2009, welche behauptet, dass sie 2006 von der Rechts- und Wirtschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth als Dissertation angenommen wurde, sich aber um mehr als das Vorwort von der angenommenen Arbeit unterscheidet. Guttenberg selbst schreibt im Vorwort:
    „Die Betrachtungen und Bezugnahmen dieser (2006 eingereichten) Monographie gehen nunmehr bis in das Jahr 2007 - abgesehen von einigen punktuell aktualisierten Gedanken.“
    Diese Unterschiede wurden schon im Rahmen Untersuchung der GuttenPlag Wiki entdeckt und dokumentiert.
    (Man kann noch anmerken, dass es sich hier um eine „korrigierte“ Fassung handelt. Wenn Guttenberg heute erzählt, er hätte jetzt erst „Fehler“ entdeckt, muss man sich fragen, warum ihm diese in seiner „aktualisierten“ Fassung nicht aufgefallen sind! Es ist also naheliegend, dass Guttenberg hier die Unwahrheit sagt.)
    Wie kann das sein? Die Promotionsordnung der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth sagt in §17 (3):
    „Der Bewerber hat dem Dekan eine Bestätigung des Erstberichterstatters darüber
    vorzulegen, daß die Pflichtexemplare inhaltlich der von der Promotionskommission
    angenommenen Dissertation entsprechen und gegebenenfalls, daß die Auflagen der
    Berichterstatter (§ 10 Abs. 2 Satz 2) erfüllt sind.“
    Welche Arbeit wurde denn eingereicht, geprüft und benotet? Welcher Version entsprechen die benötigten Pflichtexemplare? Immerhin steht in der Fassung von 2009 der Hinweis:
    „Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth hat
    diese Arbeit im Jahre 2006 als Dissertation angenommen.„
    Wenn dies die Pflichtveröffentlichung ist, weshalb unterscheidet sie sich von der eingereichten Arbeit? Das mutet seltsam an, da die Rechtmässigkeit der Verleihung der Doktorwürde so nicht mehr sichergestellt werden könnte oder überprüfbar wäre. Es widerspricht auch der Promotionsordnung.

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  3. Nach intensiver und schmerzvoller Durchschau der Facebook-Gruppe "Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg" ist bei mir die Erkenntnis weiter gereift, dass "defätistisches Gelaber von der allgemeinen Verkommenheit des Staates und der politischen Klasse" womöglich schon seit mehr als zwei Jahrzehnten gar nicht mehr aus dem linken Lager kommt, sondern vielmehr zu einer Konstante im Weltbild der Anghörigen konservativ-(klein)bürgerlicher Schichten geworden ist. Sie wünschen sich weniger Komplexität, mehr politische Führung und eine Person, auf die sie diese Sehnsüchte projizieren können.
    Ohne die Grundannahme von der Verkommenheit des Staates und der politischen Klasse wäre die unfassbare Empörungsbegeisterung der Guttenberg-Untertanen doch überhaupt nicht möglich.

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  4. @Dr.Plag
    Vielen Dank für den Hinweis. Das ist ein sehr passendes weiteres Mosaiksteinchen, denn diese Förderung durch das Rhönklinikum wird die Gutachter in der Tat kaum geneigter gemacht haben, die Arbeit mit dem normalen kritischen Blick zu betrachte.

    @OT
    Sie haben recht - so bitter es ist. Sie werden entschuldigen, dass ich jetzt trotzdem nicht links werde, sondern lieber einer der wenigen echten Konservativen bleibe. ;)

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  5. Noch ein groteskes Detail am Rande:
    Häberles offizielle Biographie auf der Website der Uni Bayreuth scheint teilweise aus Wikipedia plagiiert zu sein. Zwar hat dort auch ein Wikipedia-Benutzer names "HiWiBay", der sich selbst als Mitarbeiter Häberles bezeichnet, mitgeschrieben (und natürlich letzte Woche erst einmal versucht, die Erwähnung des Guttenberg-Skandals aus dem Artikel zu entfernen). Jedoch wurden auch die Beiträge anderer Wikipedia-Autoren auf die Uni-Homepage übernommen, ohne sie zu nennen.

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  6. zu @Dr. plag. folgende Anmerkung:
    Ich kenne die beiden Versionen der Doktorarbeiten von zu Guttenberg nicht.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich (andere Uni, anderer Fachbereich), dass auch meine publizierte Dissertation nicht zu 100% mit meiner eingereichten Dissertation übereinstimmt. Auch ich habe meine in Teilen (wenn auch wenigen) überarbeitet. Das ist (bei uns) so geregelt, dass die Gutachter ihre Benotung unabhängig von der durch sie zu erteilenden Druckreife vornehmen können. Nur wenn die Druckreife bei der eingereichten Version bereits erteilt wurde, dürfen keine Änderungen mehr vorgenommen werden (oder ggf. nur per Antrag). Die Version kann ohne erteilte Druckreife jederzeit bearbeitet werden, der Doktormutter oder dem Doktorvater vorgelegt werden, sodass dann die Druckreife (für die dann akutelle Version) erteilt wird. Sooo ungewöhnlich ist der gefundene Unterschied also für mich nicht.

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  7. Die Verteidigungsfront wackelt - auch in Bayreuth:


    Bayreuther Professor nennt Guttenberg Betrüger

    Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist von einem Professor der Uni Bayreuth als Betrüger bezeichnet worden. Der Staatsrechtler Oliver Lepsius sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», man fühle sich getäuscht.

    Bayreuth (dpa) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist von einem Professor der Uni Bayreuth als Betrüger bezeichnet worden. Der Staatsrechtler Oliver Lepsius sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», man fühle sich getäuscht. Nach der Aberkennung des Doktortitels prüft die Uni jetzt, ob der Minister die Hochschule bewusst getäuscht hat. Eine Kommission soll das Verhalten des Ministers bewerten. Der Ältestenrat des Bundestags will Mitte März über die Einleitung einer Überprüfung der Doktorarbeit entscheiden.


    http://www.stern.de/politik/bayreuther-professor-nennt-guttenberg-betrueger-1657523.html

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  8. Es wäre ein *master of d*i*saster* - D*e*saster heißt es nur auf Deutsch. Verzeihung, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

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  9. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  10. Peter Häberle verwendete nicht den Begriff »abstrus«, sondern »absurd«. Es sollte hier schon korrekt zitiert werden.

    Und ein Blogbeitrag, der sich über Plagiate (zu Recht) aufregt, sollte selbst zumindest alles in dieser Hinsicht korrekt hinbekommen. Das betrifft hier das von der Wikipedia geklaute Bild von Peter Häberle, das von HiWiBay (Wikipedia-Benutzername), einem Mitarbeiter Häberles zur Verfügung gestellt worden ist.

    Zum Beitrag selbst: Ich halte es für absurd, eine Bestrafung Häberles zu verlangen, solange es nicht evident ist, dass er von der Täuschung Guttenbergs zum Zeitpunkt der Begutachtung wusste. Eine unzureichende Prüfung einer Dissertation schädigt letztlich seinen Ruf und in dieser Hinsicht dürfte er bereits ausreichend betroffen sein.

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  11. @Anonym
    Oh wie peinlich! Die Lektüre von "Per Anhalter durch die Galaxis", wo es ja eine Band namens Disaster Area gibt, liegt eben doch schon fast 30 Jahre zurück.

    @Hans
    Das mit abstrus/absurd habe ich geändert. Na ja, das Zitat war ja wenigstens verlinkt...

    Da das Foto direkt neben dem Link zu Wikipedia steht, hatte ich auf einen Credit "Wikipedia" verzichtet. HiWiBay habe ich schlicht nicht als Urhebername erkannt - den leicht debilen Begriff HiWi hatte ich seit meinem Studium nicht mehr gehört. Ist korrigiert, das Foto ist ja auch ungewöhnlich gut.

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  12. LOL, unser guter Gutti wird der nächste Kriegskanzler: http://tiny.cc/dude_guttenberg

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  13. Häberle und Zu Guttenberg sind eben "der Geist der Böses will und Gutes schafft":
    Innovation im Bildungswesen: Doktor auf Probe eingeführt!

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  14. @Dr Plag:
    Worin unterscheiden sich den die beiden Versionen der Arbeit? Gibt es da wesentliche Unterschiede? Tauchen ggf. erst in der zweiten Version die die Veröffentlichungen des wissenschaftlichen Dienstes auf?
    Ergeben sich Hinweise darauf, daß evtl die zweite Version einer anderen Person als Guttenberg verfasst/verändert wurde?

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