Dienstag, 23. November 2010

Hunde sind schlauer als Katzen

Das dürfte ein schwerer Schlag sein, für alle Katzenliebhaber, die ja notorisch dazu neigen, das einzelgängerische, leisetreterische und arrogante Verhalten ihrer Haustiere für ein Zeichen von Intelligenz zu halten: Hunde sind schlauer als Katzen, haben Wissenschaftler der Universität Oxford herausgefunden. Und die Erklärung für dieses Phänomen liefern sie auch gleich: Hunde haben ihre Schläue in den Jahrmillionen entwickelt, in denen sie und ihre wölfischen Vorfahren - anders als Katzen - in sozialen Verbänden gelebt haben.

Wie der britische Telegraph berichtet, haben die Wissenschaftler zum ersten Mal statistisches Material über die Gehirngröße 500 verschiedener Säugetiere aus den letzten 60 Millionen Jahren miteinander verglichen. Dafür zogen sie sowohl noch existierende Gattungen als auch Fossilien heran. Sie fanden heraus, dass die Größe des Gehirns im Verhältnis zum restlichen Körper offenbar davon abhängt, wie komplex die sozialen Gefüge sind, in denen die Tiere leben. Die Gehirne von Affen wuchsen - wenig überraschend - im untersuchten Zeitraum am meisten. Dann folgen Pferde, Delphine, Kamele und Hunde. Die Gehirne einzelgängerischer Tiere, beispielsweise von Katzen, Rehen, Hirschen und Nashörnern, wuchsen im gleichen Zeitraum langsamer.

Snoopy und Woodstock
Die Wissenschaftlerin Dr. Susanne Shultz wird zitiert: "Alle Hunde sind ziemlich gut darin, Probleme zu lösen, was dem traditionellen Bild des schlauen Fuchses eine gewissen Glaubwürdigkeit verleiht, denn der Fuchs gehört zu gleichen Familie. Hunde stammen von Wölfen ab, die offensichtlich deshalb die größten Gehirne haben, weil sie in großen Familienverbänden leben." Dass die Frau ausgerechnet Shultz heißt, ist ein hübscher Zufall, denn ausgerechnet ein gewisser Charles M. Schulz hat ja bekanntlich den intelligentesten Hund der Literaturgeschichte geschaffen.

Laut Dr. Shultz lässt die Studie auch Rückschlüsse auf die menschliche Rasse zu: "Es zeigt sich, dass Interaktion gut für das Gehirn ist und das gilt auch für andere Arten, wie uns selbst. Wir leben sogar sozialer als Affen und diese Fähigkeit, miteinander auszukommen, hat uns geholfen, den Planeten zu beherrschen."

Im Grunde  genommen ist alles wenig überraschend, denn wer sehenden Auges durch die Welt geht, kann in seinem menschlichen Umfeld beobachten, dass Einzelgänger zu Verblödung oder doch zumindest zur Verkauzung neigen - meiner Meinung nach eine der wahren Hauptursachen von Altersdebilität. Und in großen Metropolen sind die Menschen meist nicht nur schlauer, sondern oft auch besser angezogen, schlanker und sie altern später als in der Provinz.

Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse über die Intelligenz von Hunden erscheint die jüngste Moderichtung in der Tiernamensgebung nur logisch: Haustiere bekommen immer häufiger Menschennamen, hat eine Versicherung neulich mitgeteilt. Der Trend gehe zu traditionellen Namen wie Paul, Emma und Max. Das deckt sich absolut mit den Namenstrends für Kinder in Prenzlauer Berg und anderswo.

Wenn das noch ein paar Millionen Jahre so weitergeht, kann man wahrscheinlich zu seinem Hund sagen: "Leonhard, wenn Du den FAZ-Kulturteil ausgelesen hast, reich ihn mir doch bitte auch mal!"

Kommentare:

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  2. Das mit den Städtern ist doch eher scherzhsft gemeint. Hatte in Berlin zumindest den Eindruck, dass die Leute nicht nur dümmer sind, sondern auch richtig fertig für ihr Alter aussehen. Außerdem warrn viele angezogen wie Bushido. Soziale Kontakte hat man auf dem Land definitiv mehr, da gibts keine 2 Meinungen.

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